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Dieter Schlesak

Die Dracula-Legende

4. Das Vorbild: Der rumänische Fürst Vlad Tepes

Ursprung des Namens "Dracula"

Wer aber ist Dracula wirklich, wenn er nicht nur eine Romanfigur sein soll?

"Er war nicht sehr groß, aber untersetzt und muskulös. Sein Auftreten wirkt kalt und hatte etwas Erschreckendes. Er hatte eine Adlernase, geblähte Nasenflügel, ein rötliches, mageres Gesicht, in dem die sehr langen Wimpern große, weit-offene, grüne Augen umschatteten; schwarze buschige Brauen gaben ihnen einen drohenden Ausdruck. Er trug einen Schnurrbart. Breit ausladende Schläfen ließen seinen Kopf noch wuchtiger erscheinen. Ein Stiernacken verband seinen Kopf, von dem schwarze gekräuselte Locken hingen, mit seinem breitschultrigen Körper."

So beschreibt ihn Nikolaus Modrussa, der im 15. Jahrhundert Legat des Papstes am ungarischen Hof war, und Vlad Tepes, den rumänischen Iwan den Schrecklichen, gut kannte.

Stoker hat doch diese Beschreibung in seinen Roman übernommen?

Ja, ihm diente, wie wir sahen, als Dracula-Vorbild der grausame walachische Fürst Vlad Tepes, "der Pfähler". Dieses Vorbild wird im Roman weniger deutlich als in den Filmen, vor allem in Coppolas "Dracula", aber auch bei Curtis oder schon bei Tod Browning mit dem berühmten Bela Lugosi als Vampir, agiert auch der historische Vlad. Und es gibt sogar Dokumentarfilme, die diesen Hintergrund ausleuchten wollen, etwa "Die blutig ernste Geschichte des Grafen Dracula, erzählt von Vincent Price." (Canada 1984). Hier werden auch Schlacht-Sequenzen des historischen Schinkens "Vlad Tepes" (The True Life of Dracula, von 1978) eingeblendet, den Ceausescu bestellt hatte: Tepes sozusagen als getürkter Ceausescu-Vorgänger, grausamer Patriot und Volksheld.

Und bei Coppola stellt sich der Vampir Mina sogar als "Prinz Vlad" vor. Coppola blendet auch Vlads bekanntes Porträt eines anonymen Malers in den Film ein.

Meist aber ergeben sich, genau wie im Roman, heillose Vermischungen und Verwechslungen. Historische Falschheiten, Fehler und Verballhornungen häufen sich, die einem in Siebenbürgen Geborenen die Haare zu Berge stehen lassen...

Kurz vor einer meiner "Heimreisen" nach Transsylvanien entdeckte ich am 3. Mai. 96 im Mailänder "Corriere della Sera" das Bild eines mir von Kindheit an vertrauten uralten Gebäudes mit dicken und schiefen Mauern auf der mittelalterlichen, noch erhaltenen Burg meiner Heimatstadt Sighisoara-Schäßburg, dazu das wohlbekannte Porträt des walachischen Fürsten Vlad. Und einen Artikel über angebliche Fresken, die in jenem Haus vom Architekten George Baltag im zweiten Stock gefunden worden seien:

"Drei Männer und eine Frau. Die Zentralfigur intakt. Angeblich soll sie dem Druck von 1488 aus der Württtembergischen Landesbibliothek, der Vlad darstellt, den auch Coppola im Film zeigt und Modrussa beschreibt, ähneln."

Wir fuhren natürlich auch nach Schäßburg. An einem jener Tage standern wir unten auf dem Burgplatz. Ich war im Stundturm-Museum gewesen, meine Frau wollte auf den Turm; ich saß nun im erwähnten angeblichen Geburtshaus des Vlad, das jetzt natürlich eine "Dracula"-Gaststätte geworden ist. Alles erschien mir wie im Traum, surreal. Ich ging hinaus, suchte meine Frau, sie war auf dem Turm, kam die Treppe herab, und ich erinnerte mich an einen Traum, wie wir gemeinsam durch das Museum gefallen waren, tiefer immer tiefer....

Vlads Vater: Vlad II, Dracul, auf dem Reichstag zu Nürnberg, irgendwo brannte rot die Jahreszahl 1431, er kniete vor Sigismund von Luxemburg, König von Gottes Gnaden der deutschen, böhmischen und ungarischen Lande; Vater Vlad wurde "eben" zum Fürsten der Walachei erhoben und zum Ritter des Drachenordens geschlagen.

– Von jetzt an, kam die tiefe Stimme des Königs: trägst du den Namen "Dracul." Dracul, und man sah aus dem Wort einen Teufel auffliegen, alle bekreuzigten sich. Denn "Dracul" heißt auf Rumänisch: Der Teufel!

Aus dem Ehrennamen also wurde aus Unkenntnis ein Höllenname.

Auch hier eine Verballhornung! Draculea, wie der Sohn genannt wurde, Vlad III Tepes, der Pfähler, erbte von seinem Vater Vlad II Dracul, den Namen, aber dieser Name geht zurück auf den erwähnten Drachenorden "Societas Draconis", einen Kampfbund gegen die Türken. Der in Nürnberg so hochgeehrte Vater kehrte dann 1431 nach Schäßburg zurück, wo er sein Hauptquartier hatte, und auch das Recht zur Münzprägung besaß (es gibt noch heute solche Münzen mit dem Drachen in Ringform, dem Uroborus, der ein Kreuz hält).


5. Ist Vlad Tepes wirklich in meiner Heimatstadt Schäßburg geboren?

Die Dracula- Legende

Dracula im SibiWeb




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