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Der Tummes

Ein Text mit typischen siebenbürgischen Ausdrücken und Redewendungen von Elfi Silem


Er tummelte sich, denn er wollte nach draußen. Sein Vater mahnte: „Tu dir was an - es ist kalt am Morgen!“ Seine Mutter hatte ihm was angetan. Sein Mantel war blitzblumig und der Schal glangelte herunter wie die Balen beim Wurstmachen, wenn das Schwein abgetan wurde. Die Kappe war etwas zu klein und knackschwarz und bedeckte kaum seine Haare, die seine Mutter mit Hilfe eines Hinkeldeppen gestutzt hatte.

Zu spät sah er den Langen, den Firlefurz aus der Nachbarschaft, der eine Quatsch zwischen den Fingern hielt und so tat, als pippte er.

Du sollst dich (mit?) mir nicht bekratzen, hörst du,“ sagt der Rotzlöffel mutig, „ weil du kriegst sonst eine Pletsche ins Gefriß, dass du dich nicht mehr beklauben kannst!“

Das lange Elend zögerte keinen Augenblick. „Dich werde ich Mores lehren!“ sagte er. Er trat ihm direkt auf das Elsterauge. Der Kleine schrie auf und überdrehte sich. Dann fing der an zu heulen und heulte in einem, weil er sich so aufgepletscht hatte.

Lüfte dich!“ befahl der Lange mit leiser Stimme. Sein Vater, der Kappenkratzer, noppte in der vorderen Stube und er wollte ihn unter keinen Umständen aufwecken. Er hätte einen Tuppes Ärger bekommen, wenn der mitbekommen hätte, dass er Kleinere verprügelt. Mehr wie, es war dreiviertel übers Stubeneck und er musste die Getter abholen. Er ließ vom Beschnupperten los. Der tuckte sich und hob seinen Augenspiegel auf.

Verkommt euch, Kinder“ hörten sie die Stimme des Großvaters, der augenscheinlich heimlich alles, hinter den zugezogenen Jalousinen beobachtet hatte. ‚Ein Flur mit einem Henkel’ dachte der Kleine erbittert.

Er zog seinen Fußlink hoch und inspizierte seine Verletzung. Die Zehren traten ihm erneut in die Augen. Er hatte sich das Knie aufgerissen. Es tat weh. Er dacht an seine Groß. Früher hatte die Groß immer geblasen, so lange, bis der Schmerz fast davon war. Das tat gut. Nun musste er sich alleine bemachen.

Seine Groß war davon gezogen, nach Stuttgart, die Trenitante besuchen. Sie hatten auch schon einen Brief bekommen, in dem stand, dass sie gut angekommen wäre, und dass, als sie aus dem Zug herausgekrochen wäre, von der Ansagefrau gehört hätte, daß der Hauptbahnhof in Stuttgart jedoch „Hapalof“ heißt. Es hießen auch ganz viele Straßen einfach nur „Einbahnstraße“ und es gäbe keine Unter-und Obergasse, wie es sich für eine Ortschaft gehöre und für die Orientierung wichtig wäre. Und dann die vielen Maschinen, welche gar nicht richtig funktionieren. Die Trenitante hätte eine Waschmaschine, die, derweil sie wusch, auf einmal stehenblieb. Um was, um Gottes Willen? Hatte etwa sie sie gewürgt? Aber sie hatte ja nichts gemacht! ‚Komm auf die Zeil,’ hätte sie sich gedacht, die Wäsche herausgenommen und mit der Hand gewaschen. Die Treni hätte bis jetzt nicht gesehen, dass die Maschine hin ist.

Gleich am Anfang hatte sie schon daran gedacht, dass ihnen der Strom ausgedreht wurde. Aber dann läutete es und sie musste zum Telefon laufen. Sie erwischte das Telefon, aber es war niemand da und es läutete und läutete immer in einem, auch wenn sie noch so hart ins Telefon kreischte. Später erst wäre sie draufgekommen, dass die Tür wie das Telefon läutet!

Ja, die Groß konnte viele Geschichten und sie verdrosch ihn auch nicht nach Gemerk, so wie …. Er erinnerte sich wieder an den Langen und wie der sich aufgepletscht hatte.

Mehr auch ich kleiner bin wie du, werde ich dir dies mehr wie zurückzahlen“ dachte der Stibes. Jetzt würde er ihn nicht mehr erdehnen können, um es ihm heimzuzahlen, aber er würde sich das nicht gefallen lassen.


Er überlegte, ob er sich trauen sollte, wenn sein Vater das Haus bewarf. Dann war der wenigstens abgelenkt und er konnte dem Langen, der Hopfenstange, eine Falle stellen. Dann war es mehr wer gewesen, auf jeden Fall nicht er! Ja, so musste er es anstellen, mehr auch dieser Plan hart schwer zu realisieren war.’ Und wenn es nicht klappt, lachen sich alle pucklich über mich!’ So, wie sie letztes Jahr gelacht hatten, als sie Gebirge gezogen sind. Er hatte sich nicht wegschippen lassen und sie hatten ihn dann doch auf die Nachtwanderung mitgenommen. Aber dann, weil er auf die Seite musste, konnte er die Bagasch nicht mehr erdehnen. Ihm war nicht alles eins und, als er dann die glühenden Augen in der Dunkelheit leuchten sah, kreischte er aus Leibeskräften:Ein Fus, ein Fus!!!“ Es war aber nur der Hund des Hirten.

Der hatte sich aus der Hütte, wo die Gruppe untergekommen war, weggemacht, weil sie sich nicht alle bedrehten und war ihm entgegengekommen. Sie hatten gehört, wie er gekreischt hatte und hatten ihn ausgelacht, der Lange am härtesten von allen.

Tatterich hatten sie ihn genannt und Palukes.

Nicht genug damit, es war auch kein Essen mehr für ihn übrig; die Hundspelze hatten den ganzen Kompost aufgegessen!


Dass dich die Hunde fressen sollen“, hörte er auf einmal die Stimme seines Vaters. Was deine wilde Übergroß machst du um diese Zeit noch hier?! Bist du pustig oder willst du Dresch bekommen? Die Getter sind im Stall und das Hühnergetier schläft auch schon. Du bist gefroren wie ein Hund und ich greule deine Mutter gibt dir eine Pletsche, wenn du heimkommst.l

Meine Stunde ist stehengeblieben, versuchte er sich kleinlaut zu verteidigen, aber verfriß dich nicht, ich geh ja schon heim…“

Predig, predig, die Kirch ist ledig’, dachte er bei sich, und am liebsten hätte er ihm gesagt, dass er die Läpp halten soll, aber es zu sagen, getraute er sich nicht, obwohl er nicht auf den Mund gefallen war.

Er wusste, er war einer, der mehr konnte, als Brot essen. Er hatte freilich keinen Mund wie ein Scheunentor – das hatte mehr der Lange. Der konnte reden wie ein Wasserfall, der konnte einem ein Loch in den Bauch reden und dabei kam nur eine Hundepflaume raus.

Aber um was war sein Vater so murkschig?

Es kam ihm vor, wie wenn sein Vater eine Paliflasche aufgestopft hatte. Er hatte ihn vorhin auf das Himmels kriechen sehen. Er wusste, dass sein Vater gerne ein kizken Pelsenschnaps zurpte. Dann waren seine Augendeckel etwas schlaffer und er scharwänzelte um seine Mutter herum, mehr auch die das nicht wollte - was er wollte. Aber das war ihm alleseins.

Er überlegte, ob er dem Langen ein Telefon geben sollte, und dann einfach hineinpfeifen sollte.’ Seine wilde Übergroßmutter, die im Bisch herumläuft und Baubau schreit,’ machte er sich nochmal Luft. Das Geflätter würde ihm vergehen! Dieser Tockenflicker!

Jetzt aber mußte er schnell heim, wenn er keine Dresch bekommen wollte!

Dem Maulaffen würde er es morgen heimzahlen!




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