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Im weißen Linnen, glattgekämmt die Haare, So ruht die tote
Mutter in der Bahre; Gefaltet liegen auf der Brust die Hände Und
Blumen schmücken rings des Sarges Wände.
Die Mutter schläft nur", sagt man sonst dem Kinde, Da lächelt
wohl sein Antlitz still und linde; Wär ich ein Kind an diesem
Leichenschreine! Die Mutter schläft" ich glaub es
nicht und weine;
Denn diese Hand, gebräunt und voller Schwielen, Die liegt so starr
nun in des Sarges Dielen; Sie hat so fleißig, ach! im Schweiß
und Qualme Geschnitten auf dem Feld die goldnen Halme.
O teure Hand, du schufest ohn Ermatten! Du wiegtest einst mich in der
Garben Schatten; Du schlepptest dich, daß ich gebettet liege,
Von Feld zu Feld mit mir und meiner Wiege.
Um mich der Ähren flutendes Gewimmel Und über mir dein Auge
und der Himmel, So schlief ich ein, und auf der Wiegenstange, Da sang
der Vogel mir mit muntrem Klange.
O teure Hand! was im Gemüt ich nähre, Was mir gereift in
voller Geistesähre, Das Wort, das mir im Mund gedieh zur Blüte,
Das alles dank ich heute deiner Güte.
Daß dies Geschick ich trage still geduldig, Das Opfer bin ich
deiner Liebe schuldig. Ich gönne dieser Hand die Feierstunde, Die
Klage wird zum Dank in meinem Munde. |